Angesichts der aktuell hohen Entlassungszahlen in einigen Branchen könnte der Eindruck entstehen, dass nur noch wenige Beschäftigte ihren Arbeitgeber freiwillig verlassen - nicht zuletzt aufgrund begrenzter Alternativen. Doch sind, und darüber können wir sehr froh sein, nicht alle Branchen von dieser schlechten Lage betroffen. So gibt es immernoch einige Branchen, wie zum Beispiel das Gesundheitswesen, in denen händerringend Mitarbeiter gesucht werden.
Wertschätzung
"Die wertvollste Ressource eines Unternehmens sind seine Mitarbeiter." - Dieter Zetsche
Wenn Sie gute Arbeitnehmer halten wollen, sollten Sie deren Arbeit ab und zu wertschätzen. Dies muss nicht zwangsläufig durch eine Prämie oder andere finanzielle Zuschüsse vonstattengehen. In vielen Fällen reichen auch lobende Worte oder andere kleine Gesten. Obwohl die Wertschätzung nicht finanziell ausgedrückt werden muss, spielt ein faires Gehalt bei der Zufriedenheit der Mitarbeiter auch eine wichtige Rolle. Wenn Mitarbeiter das Gefühl haben, für ihre Position schlecht bezahlt zu werden, kann das Unzufriedenheit schüren.
Motivation
"Management ist nichts anderes als die Kunst, andere Menschen zu motivieren." - Reinhard Mohn
Kaum etwas ist schlimmer, als ständig auf der Arbeit Sprüche zu hören, wie "das schaffen wir nie!" oder "Wenn du das doch nur anders gemacht hättest!". Keiner hat was davon, sich gegenseitig runter zu ziehen, und so in schwierigen Situationen, noch mutloser zu werden. Das soll nicht heißen, dass man sich nie über etwas aufregen darf, aber man sollte letztendlich auch die positiven Seiten sehen. Das Management sollte, wie in dem Zitat von Reinhard Mohn, einem bekannten Unternehmer, bereits angeklungen, versuchen, seine Mitarbeiter zu motivieren. So sollte das Management danach streben, in schwierigen Situationen Lösungsänsätze aufzuzeigen und nicht auf Fehlern herumzureiten. Im besten Fall übernehmen die Mitarbeiter die positive Einstellung ihrer Arbeitgeber oder lassen sich von Aussagen wie: "das schaffst du" oder "das machst du gut" motivieren. So kann die Freude an der Arbeit beibehalten werden. Die Fähigkeit zu motivieren, zeigt auch viel über die Führungsqualität des Arbeitgebers.
Aufstiegsmöglichkeiten
Viele Arbeitnehmer können sich nicht vorstellen, 30 Jahre lang die gleichen Aufgaben zu haben. Hier spielen die Aufstiegsmöglichkeiten oder Variationen der Aufgaben eine wichtige Rolle. Vorallem junge Leute die gerade erst ins Berufsleben starten, wollen sich entwickeln und weiterbilden können. Dazu gehören auch neue Aufgaben und Verantwortungsbereiche. Besteht dazu im eigenen Unternehmen keine Möglichkeit mehr, wird sich nicht selten in anderen Unternehmen danach umgeschaut. Hier muss also auf genügend Entwicklungsmöglichkeiten geachtet werden.
All diese Gründe sind gut umsetzbar und wirksam. Allerdings nur bis zu einem gewissen Grad. So gibt es Arbeitnehmer, die auch durch mehr Wertschätzung oder Aufstiegsmöglichkeiten keine Freude mehr an der Arbeit finden können. Am schwierigsten haben es Arbeitgeber mit Arbeitnehmern, die bereits innerlich gekündigt haben. Diese Arbeitnehmer wollen gar nicht mehr im Unternehmen arbeiten, kündigen aber noch nicht, weil sie beispielsweise das Geld noch benötigen oder eine sichere Arbeitsstelle brauchen. Sie haben oft so eine starke Unzufriedenheit, dass ihre Leistung darunter leidet. Bei diesen Arbeitnehmern werden Sie vermutlich auch durch mehr Lob und Wertschätzung nichts mehr ändern können.